Das Leben des Pie
Seit Pie den Leib seiner Mutter verlassen hatte, war er ein Feinschmecker. Fragte man seinen Vater, so waren die Brüste seiner Mutter nur deshalb so klein und runzlig, weil Pie sie, noch bevor er zu sprechen lernte, in seinem Hunger bereits vollkommen ausgesaugt hatte. Doch auch mit fortschreitendem Alter wurde Pies Hunger nicht geringer. Im Gegenteil. Während Pie immer dicker und dicker und wurde, wurden die Ersparnisse der jungen Familie immer dünner und dünner. Es wäre zum Haare raufen gewesen, hätten Vater und Mutter die ihrigen nicht schon längst an das Kind verfüttern müssen. Schließlich sah das haarlose Ehepaar keine andere Möglichkeit mehr, als das Kind zu verkaufen. Zufällig suchte der örtliche Bäckermeister in der Burg des Königs gerade händeringend nach einem neuen Lehrling, da die meisten wehrtauglichen jungen Männer bereits in der Armee dienten. So kam es, dass der übergewichtige Pie im zarten Alter von zwölf Jahren seine Bäckerlehre in Diensten König Rohbars II. antrat. Unglücklicherweise sollte das Essen jedoch nicht das einzige Laster des jungen Mannes bleiben...
Die Verhaftung des Pie
"Sieh mal einer an! Wen haben wir denn da? Zwei junge geile Böcke aus des Königs Küche. Das wird sicher ein Festmahl, wenn er hiervon erfährt."
Nur schwerlich konnten die beiden jungen Männer, die bäuchlings im hohen Schilf kauerten und den Badesee im Auge behielten, ihre Blicke von dem Anblick losreißen, der sie gefühlt ein Stück höher liegen ließ.
"Das Schauspiel ist vorbei! Hoch mit euch, oder hört ihr schlecht? Die Geilheit verstopft euch wohl die Ohren, was? Na wartet..."
Als der Wachsoldat die Hand an den Schwertgriff legte, handelte Bone als erster. Pies Freund rollte herum und fegte dem Wachmann mit einem kräftigen Tritt die Beine unter dem Körper weg. Schon war er aufgesprungen und spurtet los.
"Na los, Pie, lauf!", rief Bone nach hinten, bevor das raschelnde Schilf sich zurück an Platz bog und er verschwunden war.
Pie rappelte sich hoch, so schnell er konnte. Als er sich dabei mit seinem Gewicht auf den gestürzten Soldaten stützte, ächzte dieser gequält auf. Dann hetzte Pie seinem Freund hinterher. Nach zehn Schritten wurden ihm bereits die Beine schwer und sein Atem begann zu pfeifen. Hinter ihm tobte die Stimme des Wachmanns, der sie beim Bespannen der Königin erwischt hatte. Nach zwanzig Schritten war Pies Kondition erschöpft. Gerade verließ er das dichte Schilf und sah seinen Freund noch vor sich über die Ebene hetzen, da erhielt er von hinten einen Schlag auf den Kopf und sank zu Boden. Das letzte, das Pie noch hörte, war das gemeine Lachen des Soldaten. Dann versank er in der Ohnmacht.
Besonderheiten des Pie
Aufgrund seiner enormen Leibesmasse unterliegt Pie einigen natürlichen Beschränkungen, die ich hier näher ausführen werde.
1. Leibspeisen
Pie liebt Kuchen und gekochten Schinken. Für seine Leibspeisen würde er (fast) alles tun.
2. Talente
Pie ist ein talentierter Koch und Bäcker, was womöglich eng mit seinem niemals endenden Hunger zusammenhängt. Außerdem zeigt er eine besondere Begabung für das Rechnen, Lesen Schreiben. Das ungewollte Leben unter gebildeten Männern und Frauen am königlichen Hof hatte auch seine Vorteile.
3. Kondition
Aufgrund seines enormen Übergewichts kommt Pie nur sehr langsam voran. Bereits kleinste Strecken zu Fuß lassen ihn in ein Schweißbad ausbrechen, das Flüsse füllen könnte. Schnelles Gehen ist ihm eine kaum erträgliche Qual und das Rennen beinah ein Ding der Unmöglichkeit.
Engine-Besonderheiten:
- Schnelle Gangarten sind Pie nur für wenige Sekunden möglich, bevor er eine längere Pause einlegen muss:
(Circa 1 Sekunde pro Stärkepunkt.)
- Enginekämpfe bilden eine technisch limitierte Ausnahme, da mit gezogener Waffe nur zwei Laufgeschwindigkeiten möglich sind.
- Rennen ist Pie nur in äußerst adrenalingeladenen Situationen möglich, bevor er völlig entkräftet zu Boden sinkt.
(Circa 1 Sekunde pro Stärkepunkt.)
