Zendarius

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Über mich

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Persönliche Informationen

Geburtstag
15. Dezember 1997 (23)
Geschlecht
Männlich
Wohnort
Berlin
Beruf
Technische Systemplaner (Versorgungs- und Ausrüstungstechnik)

Strafkolonie Online

Serverbeitritt
16. Januar 2020

Charaktere

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Zendarius

Charaktervorstellung

Charaktergeschichte

Arbeit ohne Lohn


Das leise Knacken von Ästen in der Dunkelheit wird nur von dem immerwährend näher kommenden Heulen des Warges übertönt. Ein Mann stolpert durch das Unterholz, einen kleinen Jungen Arm gepackt und hinter sich herziehend. Weiter, immer weiter, die Dunkelheit hinter sich lassend, lichtet sich das Blätterdach langsam. Der Mond strahlt durch die engen Lücken und verspricht die Hoffnung auf Flucht zum rettenden Waldrand. Das Heulen hinter den beiden verstummt und stattdessen erklingt ein beunruhigendes Knurren. Fast schon panisch reißt der Mann den Jungen hinter sich her, bleibt hier und dort an Sträuchern hängen, die Augen und Gedanken nur darauf gerichtet dem Biest zu entkommen.


"Ist dort schon das Dorf?

Der Rauch dort könnte -"


Hart schlägt der Mann mit einem dumpfen Schlag auf dem Boden auf und Sterne blitzen vor seinen Augen auf. Die eisige Hand um seinen Hals packt fester zu und er schaut panisch auf den Weg den sie gerade beschritten haben.

Nichts.

Nur sein Sohn, der wie eingefroren an seinem Vater vorbei starrt.

Angst sammelt sich in seinen Augen und beginnt ihm die Wangen herabzufließen. Die Hand um seinen Hals schließt sich endgültig, doch die Panik bleibt seltsamerweise aus. Die stumpfe Gewissheit, dass er seinen Sohn nun das letzte Mal sehen wird, verschlägt ihm die Sprache. Wie ein Weckruf ertönt das Knurren.

Bedrohlich.

Und direkt hinter ihm.

Der heiße Atem lässt seine Nackenhaare tanzen und als würde ihn die Wärme an die Kraft Innos erinnern, warf sich der Mann mit lautem Gebrüll auf die schwarze Bestie.


"Kümmere dich gut um deine Mutter! Lauf Zendarius! Lauf!"


Die Wurzeln der Angst, die sich langsam um seine Beine winden, halten nur einen Moment, denn auch er weiß was die Worte seines Vaters bedeuten. Tränen verschleiern seinen Blick, doch die leiser werdenden Schreie seines Vaters beflügeln seine Stiefel. Ein blutroter Sonnenaufgang der sich langsam über dem kleinen Weiler erhebt und von Verlust spricht begrüßt den Jungen.


Zendarius und seine Mutter hatten es nicht einfach, nachdem sein Vater von ihnen gekommen war. Doch hatte der Verlust des einen Mannes den anderen geweckt. Zendarius half seiner Mutter wo er nur konnte und verdiente gerade genug Gold, dass er die beiden über Wasser halten konnte. Auf Mitleid konnten sie nicht hoffen. Auch wenn sich jeder in dem kleinen Weiler kannte, so hatten sie doch alle ihre eigenen Probleme. Der Krieg forderte seinen Tribut. Und keine der myrtanischen Familien, waren sie noch so klein und ihr Zuhause noch so abgelegen, wurde davon verschont.


So kam es eines Tages, dass Zendarius Mutter erkrankte. Das wenige Gold das sie sich erspart hatten verwandelte sich in Luft, als der hiesige Medikus ihnen dafür nur zu sagen vermochte, dass ihr nur einer der bewanderteren seiner Zunft in den Städten helfen könnte. Die Reise dorthin würde teuer werden, und mit dem Ausfall des Lohnes seiner Mutter knechtete sich Zendarius wochenlang selbst.

Tag um Tag, Stunde um Stunde und Goldstück um Goldstück arbeitete er sich die Hände blutig, bis die mit dem Blut seiner Arbeit befleckten Münzen endlich ausreichen sollten. Doch der Schatten Beliars näherte sich seiner Mutter immer mehr. Langsam griffen seine Finger nach ihrem Leben, schneller noch als der Junge sie seinen Klauen zu entziehen vermochte.

Diesmal würde er nicht rennen.

Diesmal nicht.

Doch gegen die göttliche Fügung war der Junge machtlos. Auf dem Weg in die Stadt wurde seine Mutter immer schwächer, bis sie bald nicht mehr die Kraft aufbringen konnte weiterzuziehen. Lange noch sprachen sie am Wegesrand und Zendarius Mutter ließ ihn versprechen er würde das gesammelte Gold für seine Zukunft verwenden. Eine Ewigkeit hielt Zendarius seine Mutter in den Armen, wollte er diesen Moment doch nicht ziehen lassen. Lieber würde er all die Arbeit der letzten Monate erneut durchleben als die Kraft aufzubringen ein kleines Loch am Wegesrand auszuheben.


Die nächsten Jahre verliefen wie in einem Dämmertraum vor Zendarius Augen.

Arbeit. Essen. Schlaf.

Arbeit. Schlaf. Arbeit.

Arbeit. Arbeit. Arbeit..

Mit den Jahren wuchs aus dem Waisen ein stattlicher Mann heran. Fast schon ziellos zog er von Dorf zu Dorf und von einer Arbeit zur nächsten. Aus den anfänglich niederen Arbeiten wurden immer öfter kämpferische. Und es dauerte nicht lange, da kannte man den großgewachsenen Hünen als Söldner der sein Gold wert war. Die ermüdenden Aufgaben, die ihm schon damals einen verräterischen Lohn eingebracht hatten, konnten den vom Leben geplagten Mann nicht weiter erfüllen. Nur das Rauschen des Blutes in seinen Ohren und das Feuer in seinem Körper, das er beim Kämpfen verspürte, schien ihm in diesem Leben noch etwas zu bieten. Die grobschlächtige Axt geschultert reiste er so durch das Land, doch sollte sein Weg ihn immer wieder in die Stadt bringen, in der alles seinen Anfang nahm.


Eintausend Goldstücke.

Lebendig.


Ein fürstlicher Sold diese Tage für sein Handwerk. Der Name des Mannes sagte Zendarius nichts, und das war wohl auch besser so. Ruhig wie immer packte er den gezeichneten Kopf ein und überlegte bereits was er alles brauchen würde, um mit dem richtigen zurückkehren zu können. Einige gehobene Humpen und meinungsverstärkende Auseinandersetzungen später erfuhr er dann von der kleinen Höhle kurz hinter dem nahegelegenen Waldrand, in der sich der Kopf der Bande aufhalten sollte.

Die Schergen waren wie Schmieröl für seine Axt als sie, einem Wellen durchschneidenden Schiffsbuges gleich, sich einen Weg durch ihre Körper bahnte. An einem kleinen Tisch im Inneren der Höhle saß der Mann dessen Gesicht das Stück Pergament in Zendarius Tasche zierte, welches er nun herausholte und vor ihm auf den Boden warf. Mit einem Poltern krachte ein Stuhl auf den Boden und der Mann stand mit gezückter Waffe kampfbereit vor ihm.

Zendarius Mundwinkel hob sich unmerklich.

Tapfer.

Aber vergeblich.

Seine Muskeln spannten sich, als er die noch rot glänzende Axt packte und der Kampf begann. Der Mann war schnell. Ein wenig zu schnell für Zendarius Geschmack. Seine heftigen Schwinger wurden umtänzelt und mehr und mehr Schnitte fanden den Weg auf seine Arme und Beine. Er merkte wie sein Blut in Wallung kam ob der drohenden Niederlage. Ein breites Grinsen stahl sich nun auf das Gesicht des verletzten Hünen.

Genau das brauchte er.

Nur das Keuchen der beiden Kämpfer war zu hören als sich eine unverhoffte Pause einstellte und die beiden Kontrahenten sich gegenüberstanden. Nur einer von beiden würde heute lebend aus der Höhle kommen. Es gab nur sie, ihre Waffen und den tödlichen Tanz den sie miteinander vollführten.

Zendarius schloss die Augen. Bilder einer schwarzen Bestie flackerten vor seinen Augen auf. Aufgewühlte Erde an einem Straßenrand.

Ein Ruck fuhr durch seinen Körper und wieder in der Gegenwart angekommen setzte er sich brüllend in Bewegung. Wie einst die große Flut, spülte er seinem Gegner entgegen, die Axt zu einem vernichtenden Schlag erhoben. Feuer flammte in seinem Kopf, als Stahl vor seinen Augen aufblitzte. Etwas Nasses nahm ihm die Sicht, doch die Bewegung war bereits ausgeführt. Überrumpelt durch die plötzlich berserkerhafte Kampfeslust konnte der Mann seinen Degen gerade noch so heben, jedoch vergeblich. Zendarius Axt fuhr nieder, stoppte erst als sie den kalten Boden erreichte und die Eingeweide seines Gegenübers selbigen düngten wie ein morgendlicher Schauer. Ein letzter Hieb und der Beweis getaner Arbeit rollt ihm zu Füßen. Er wischte sich die durch rote Vorhänge verschleierte Sicht frei und macht sich auf den Rückweg seinen Sold zu erhalten.


Der Griff um die Hellebarde der Wache wurde etwas fester als sie den rot tropfenden Sack am Pferd hängen sah, doch Zendarius war hier schon bekannt und so gelangte er ohne weitere Zwischenfälle zur Kaserne. Die Büttel konnten ihn nicht unbedingt gut leiden, führte er sich in den Tavernen doch öfters mal wie ungepflegter Pöbel auf, der nicht viel vom König hielt. Bisher hatten sie ihn gewähren lassen, da er nur durch Lappalien auffällig wurde und seine Arbeit ihnen viele Probleme vom Hals schafften. Daher überraschte es ihn nicht minder als der Hauptmann der Stadtwache selbst kam um ihm den Sold zu überreichen, als er den Kopf ablieferte.


Sonst mit einem kleinen Beutel und einem Wink hinausgescheucht lief an diesem schicksalhaftem Tage alles anders. Die goldene Entlohnung blieb aus. Hände griffen nach ihm und zerrten an seinem Leib. Eiserne Fesseln legten sich kalt um seine Gelenke und wieder einmal erntete Zendarius nur Leid als Lohn.

Der Mann der ihm das Auge verpasst hatte war ein kleiner Fisch der berüchtigten Diebesgilde der Stadt. Mit dessen Enthauptung nahm Zendarius den feigen Bütteln angeblich die Möglichkeit die gesamte Gilde auszuheben. Schlimmer noch bezichtigten sie ihn des Verrates und Kompanie mit deren Anführern. Als sie ihm vorwarfen er würde sich zudem noch durch das Ermorden seiner eigenen Leute bereichern wollen hatte er nur noch feuchten Speichel und unflätige Gesten für die Männer übrig.


Das Grinsen seiner Wärter, als sie ihn auf das nächste Schiff Richtung Khorinis brachten blieb ihm nicht verborgen. Doch wusste er, dass sie es sich erlauben konnten, brachte das Schiff ihn doch in den wohl letzten Abschnitt seines Lebens.

In die Strafkolonie des Königs.

Das Minental auf Khorinis, aus dem es kein Entkommen gibt.


Niedergeschrieben von

Gando Belsiek