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Freitag, 27. April 2018, 12:46

Hilfe zur Charaktererstellung


Charakterentwicklung

Um einen Charakter und seine Entscheidungen glaubhaft beschreiben zu können, ist es wichtig als Schreibender mehr über den Charakter zu wissen als jemals in allen Geschichten gebraucht wird. Ein komplexer, gut durchdachter Charakter ist interessant, sogar, wenn er einen häufig dargestellten Stereotyp darstellt. Ein durchdachter Charakterhintergrund ist, was dem Charakter Originalität verleiht und durchdachten Charakteren hört man viel eher zu, wenn er seine Geschichte erzählt.

Grundregeln die man einhalten muss um die Originalität beizubehalten:

Zitat


  • Menschen haben Fehler. Vollkommene Charaktere oder übermächtige Figuren sind edgy und uninteressant.
  • Menschen möchten sich mit Figuren identifizieren. Was siehst du in deinem Charakter ähnlich mit dir selbst?
  • Konflikte sind das A und O eines guten Charakters. Jede Charaktergeschichte hat irgend eine Art von Konflikt. Das regt Interesse und baut Spannung auf.
Zu den Dingen über die man sich Gedanken machen kann gehören:

Zitat

  • Name - Gip, Helena, Frank, Cassi
  • Alter - 12-99 oder Jugendlich, Erwachsen, Älter
  • Gewicht / Statur? - Schlank-Schlaksig, Dürr-Abgemagert, Dick-Fettleibig, Stemmig-Muskolös
  • Damaliger Beruf - Bauer, Fischer, Wache, Hirte
  • Geburtsort?
  • Haarfarbe / Augenfarbe?
  • Physische Besonderheiten?
  • Ethnischer Hintergrund - Nordmarisch, Varantisch, Myrtanisch, Nomadisch, Orkisch, Südländer
  • Glaube - Innos, Adanos, Beliar, Fleischkeulengott
  • Hobbies
  • Beziehungsstatus - Einsam und allein, Verheiratet, Verwitwet
  • Temperament - Phlegmatiker , Sanguiniker , Choleriker , Melancholiker
  • Lieblingsfarbe
  • Freunde, Verwandte, Kontakte, Kinder, Feinde
  • Lieblingsessen
  • Trinkgewohnheiten
  • Ängste/Phobien - Viecher, Magie, Menschen, Flusen
  • Stärken - detailorientiert, pünktlich, lernwillig, kontaktfreudig, risikofreudig
  • Schwächen - hält sich nicht an Vorgaben, unflexibel, Dickkopf, am Wasser gebaut, lässt sich ablenken
  • Erziehung / Ausbildung? - Kloster(Schule), Bauernschlau, Militärisch, Doktrin
  • Kernbedürfnis - Harmonie, Ordnung, Sicherheit, Selbstständigkeit, Freiheit
  • Krankhafte Verhaltensweisen? - Jähzorn, Paranoid, Schizophren, Abhängigkeit, Zwang
  • Absichten und Ziele im Leben? - Wohlstand, Bildung, Business, Familie
  • Gesten beim Reden? - Arme verschrenkt, Hände rumwedeln, Verlegener Griff nach den Arm, Emotionslos
  • Lacht oder macht sich lustig über? - Menschen, Viecher, Blumen, Luft
  • Was anderen zuerst an ihr / ihm auffällt? - Gesicht, Geruch, Stimmung, Ambiente
  • Was die Figur macht, wenn sie allein ist? - Lesen, schlafen, gammeln, arbeiten
  • Wird der Leser die Figur mögen oder nicht? - Nein, weil abweisend; Ja, weil zuvorkommend
  • Gibt es etwas was der Charakter wirklich 'hasst'? - Unkraut, Schwarzmagier, Lügner
  • Was für tiefste Geheimnisse verbergt der Charakter vor allen anderen?
  • Starke Erinnerungen an besondere Ereignisse
  • Krankheiten - Grippen, Viren und sonstiger Kram
  • Nervöse Ticks oder sich wiederholende Gesten - Sich kratzen, Öfters blinzeln, Schlucken, Husten
  • Schlafgewohnheiten - Schläft nie, dösen, schnarchen, sprechend, träumend
All das sind Dinge die der Leser womöglich niemals erfährt, die den Charakterhandlungen aber eine Struktur geben.

Grundsätzlich kann man sich auf fünf wichtige Dinge beschränken:


1.Wiederholte Aktionen und Emotionen:

Warum zieht der Charakter immer den grünen Stoff an und nicht den Roten? Wieso kratzt er sich immer?
  • Wenn es ein sich wiederholendes Handlungsmuster ist, wird der Leser von selbst darauf schließen, dass der Charakter die Lieblingsfarbe Grün hat und eben einen nervösen Tick hat – und man muss es nicht extra explizit erwähnen.

2.Aussehen:

Wie siehst der Charakter aus? Wie riecht er? Besonderheiten?
  • Gebt dem Leser ein visuelles Bild des Charakters . Je mehr Details, desto mehr kann man sich etwas darunter vorstellen. Bevorzugt werden so und so Bilder die so ähnlich aussehen wie der beschriebene Charakter.
3.Handlung:


Wie reagiert der Charakter auf eine Situation? Was macht er wenn er beschäftigt ist und vorallem WIE?
  • Zeigt dem Leser, was für eine Art von Person der Charakter ist, indem Handlungen beschrieben werden, statt, dass schlicht beschreibende Adjektive benutzt werden. Schlecht: Nimmt Waffe und Erz. Gut: Durchsucht ihm nach Waffen und Erz. Perfekt: Sieht sich die Person an und versucht seine Taschen oder gleiches zu erahnen, packt sich diese und wühlt unter Zeitdruck wahllos darin rum, ungewiss was darin ist.
4.Sprache, Artikulation:


Spricht der Charakter flüssig oder stottert er? Hat er seltsame Sprachfehler? Dialekte? Fremdwörter die in anderen ethnischen Gruppen nicht bekannt sind? Eigenarten?
  • Entwickelt den Charakter als Person, und sollte nicht nur genutzt werden um markante, storyrelevante Informationen auszusprechen.
5.Gedanken:

Wichtig für das geschriebene Rollenspiel ist, darin sind sich viele Leute einig:

Beschrieben wird, was man sehen, hören, riechen oder schmecken kann.

Gedanken oder nicht über Mimik und Gestik ausgedrückte Gefühle haben in Geschichten, aber eher nicht in Emotes aufzutauchen. Dort spoilern sie eher, als dass sie zur Atmosphäre beitragen.

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